angstliebetod 

CN: Tod, Angststörungen
Ich weiß nicht mehr genau wie alt ich war, 12 oder 14, und ob es vor oder nach dem Tod meiner liebsten Oma war, ich bin auch nicht sicher ob es das erste Mal war aber es ist mir besonders stark in Erinnerung geblieben. Es überfiel mich im Hausflur, kurz vor der Wohnungstür, Schweißausbruch, Panik. Was ist das? Eh ich es genau Begriff war es schon wieder vorbei. 

Wenn ich keine Lust habe es zu erklären, sage ich immer ich habe Todesängste. 

Letztes Jahr als mein Onkel starb, saßen mein Vater und ich vor allem wütend in der kleinen Kapelle. Das Gerede über Gott und Jesus gab uns nichts außer Wut. & noch mehr Trauer. aber keinen Trost. 

Manchmal beneide ich religiöse Menschen.

Ich mag keine realistischen Sci-Fi Filme. Sie erinnern mich zu sehr an meine Albträume. Ich schaue auch nicht gerne in den Sternenhimmel. Zu viel Raum für meine Angst. 

Ihr macht Witze über den Weltuntergang und ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. 

Ich kann Gilmore Girls nicht schauen. Die Titelmelodie lief auf der Beerdigung einer Freundin. Sie war 22. Gilmore Girls schaute sie gern mit ihrer Mutter.

Heute Morgen habe ich von Liebe und Tod geträumt. Liebe, die auch nach dem Tod weitergeht. Ich bin mal wieder nicht sicher ob es einen Film mit dem Plot gibt oder ich den Traum schon kenne. wunderschön oder Albtraum? wunderschöner Albtraum. 

Wenn ich Lust habe sage ich: Es ist Angst nicht zu wissen was danach kommt. Nach dem Tod. 
(und nach dem Weltuntergang)   

Der Traum verwässert langsam. Ich habe ihn nicht schnell genug aufgeschrieben. Mal wieder. Nach dem Aufwachen kurz gefangen im Herzrasen. 

Dafür ein neuer Gedanke: Es ist die Angst nicht mehr mit den liebsten Menschen zusammen zu sein & kommunizieren zu können. 

Nicht das Sterben macht Angst sondern die Einsamkeit danach? 

Die Angst sagt ich soll den Text nicht veröffentlichen. Macht sich breit auf meinem Herzen. 

Es fällt mir schwer die Gedanken loszulassen. Irgendein Aberglaube, der meint solange ich es nicht erzähle wird nichts schlimmes mehr passieren. Geister, die ich nicht rufe.

Aber heute sage ich mal Hallo. 

Geld und andere Kleinigkeiten

Ich werde oft gefragt ob ich denn eigentlich (keinen) unterhalt für das kind bekomme (besonders gerne dann, wenn ich erzähle, dass ich kein_wenig geld habe). ich muss dann immer ein bißchen lachen. bitter.
“nein.”
“aber gibt es da nicht irgendwie unterstützung?”
seufz. kompliziert. es ist ungefähr so:

kindergeld

bekommen alle eltern, wird immer überall angerechnet. momentan 184€

unterhaltsvorschuss

gibt es. regelsätze abhängig vom alter des kindes minus kindergeld für’s erste kind (was zu 100% angerechnet wird). hier  ganz gut und einfach erklärt.  wird allerdings nur maximal 72 monate oder bis zum 12 LJ des kindes gezahlt, heißt für mich 0€

beistand beim jugendamt

soll helfen unterhalt zu klären und ggf einzuklagen. problem: wenn der unterhaltspflichtige elternteil nicht auf briefe reagiert gibt es wenig handlungsspielraum.
kompliziert zu durchblicken vor allem wenn es unterhaltstitel gibt, die aber dem jugendamt zugeschrieben sind, weil die den unterhaltsvorschuss zurückhaben wollen.
einklagen geht, prozesskostenhilfe muss dann ggf. extra beantragt werden, ist immer noch besser als es allein zu machen.
nach vielen jahren weiß ich dass mir momentan ca. 100€ zustehen würden. ABER
“Lohnt sich eventuell nicht das einzuklagen, weil wir dann die ganze Arbeit für’s Jobcenter machen würden” – Beistand beim Jugendamt
bis jetzt für mich also bei rausgekommen 0€

sozialhilfe/ ALGII

kann eins beantragen, auch wenn es eigenes einkommen gibt. jobcenter fragt dann natürlich als erstes warum kein unterhalt gezahlt wird und lässt sich nachweisen, dass eins sich auch wirklich darum gekümmert hat, das vom unterhaltspflichtigen zu bekommen. abhängig vom eigenen einkommen und status. kostet viel zeit, kraft und nerven. neu beantragt im april.
bis jetzt bekommen 0€

beratungen/ mediation etc. bei jugendamt, familienhilfen, sonstigen vereinen

geht nur, wenn das verhältnis zwischen den elternteilen zumindest so stabil ist, dass eins kommunizieren kann. ich habe damit trotzdem eher schlechte erfahrungen gemacht. momentan ist es absolut keine option für mich.
deshalb 0€

184€.

mein eigenes einkommen? ist irrelevant solange das system auf einer zwei-eltern familie basiert und ich als alleinerziehende mindestens das doppelte an (care- und lohn-)arbeit und kosten aufbringen muss um ein kind zu betreuen. theoretisch.

praktisch? impossible.

kosten? lol.

arschkarte? haben immer die kinder.

rauskommen aus der prekären situation? nein.

einzelfall?  alltag. für viele.

not all väter? schnauze!

zum (kritischen*) nachlesen: Alltagskampf bis zur Erschöpfung

*weil hochalten von normativem familienkonzept u.a.

zu viel und nicht genug

CN: Depression

Ich weiß nicht warum ich nicht gemerkt habe, dass es mir wieder schlecht geht. Vielleicht wollte ich es nicht merken. Aber jetzt ist es wieder da. Wie naiv zu denken es würde jemals ganz weg gehen, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt. Ich wünschte nur es würde nicht immer einen lieben Menschen kosten, den ich mit runter ziehe. 

Verliebtsein. Ist schon so lange nichts Schönes mehr für mich. ist Angriffsfläche für die Angst. Misstrauen. All das Übel was mal war.

Ich will nicht mehr belogen werden, sage ich und erreiche damit nur, dass ich belogen werde. Nicht aus Bosheit, sondern weil man* mir nicht weh tun will. weil ich zu viel bin. zu viel will. zu viel fühl… da kommt meine Wut und schreit. 

du hattest dir doch geschworen, dich nie wieder abhängig zu machen von einem anderen Menschen. 2 Jahre lang hast du über alternative Beziehungskonzepte nachgedacht & was Liebe eigentlich ist & dassdudochzuerstdichliebenmusst & die meiste Zeit klappt das doch gut mit dem Alleinsein & irgendwann kommen schon wieder Menschen, die liebenswürdig sind & dann wird alles anders & … jetzt vielleicht? 

Die Angst fegt alles vom Tisch. 

“Ich wusste nicht wie schlecht es dir geht.” 

“Ich doch auch nicht.”

und nun?

‘Weiterkämpfen’ sagt das Herz. ‘Bleib liegen’ sagt die Angst.

Draußen wird es dunkel, ich mach die Augen zu und wünsche mich weg.