Mädchen an die Macht… ?

Uhmmmm.. ja nein jein. Also doch ja unbedingt aber … ich muss mal kurz was loswerden. Im moment kursieren gerade wieder zwei Werbungen durch die sozialen Netzwerke, deren Zielgruppe Mädchen und junge Frauen bzw. deren Bezugsmenschen sind.

Hier sind sie:

und ich möchte gerne laut rufen Hurrah hurrah endlich Empowerment für Mädchen statt sexistischer Kackscheisze! AAAAAAAAAAAABER .. aber genau wie bei der Dove Werbung letztzes Jahr und der Pantene Werbung vor ein paar Wochen sind meine Zweifel groß. Natürlich könnte eins jetzt sagen, es ist besser als nichts und immerhin wird eine große Masse erreicht und eventuell mal wenigstens zum Nachdenken bewegt und ja mag sein und trotzdem: Werbung ist Werbung. Es sollen Produkte verkauft werden. Da stehen riesige Konzerne hinter. Die vielleicht im nächsten Atemzug für eine andere Zielgruppe wieder sexistischen Scheiß produzieren. Immer so wie es eben gerade passt. Da geht nichts in die Tiefe und ist spätestens nächste Woche wieder vergessen und was machen wir dann?

Ich weiß nicht …

ein Sonntag im Mai.

Ich wache um 6.20 Uhr auf und schaue aus schlechter Gewohnheit auf mein Handy. Eine 20min alte Nachricht vom Ex: es tut ihm leid, er ist krank. Ich bleibe liegen, schlafen kann ich nicht mehr, aber irgendwann höre ich, dass das Kind aufsteht. Weil ich weiß, dass sie noch was in der Küche zu tun hat, beeil ich mich nicht mit dem Aufstehen. Schlafe doch noch mal ein. Um 9.20 Uhr werd ich wieder wach. Sie hat Muffins mit Zitronencreme selbst gebacken und Bilder gemalt. Ich drücke sie ganz fest und sage ihr, dass Papa nicht kommt. “Was machen wir dann?” “Wir können zu Oma fahren oder ins Kino gehen” “Oma”. Also rufen wir bei den Eltern an. Ich sage meiner Mutter: “Ich hab aber nichts für dich, weil ich ja weiß wie wichtig dir dieser Tag ist” Wir lachen beide. Mir fällt ein, dass das Kind noch Hausaufgaben hat, außerdem müssen die Haare gemacht werden. Sie ist nicht begeistert aber beides wird erledigt bevor wir losfahren. Ich frage sie ob sie über Papa sprechen will. Nein. Wir nehmen den Zug und verbringen einen gemütlichen Tag bei meinen Eltern mit Essen & Kuchen & auf dem Sofa gammeln. Im Radio haben sie gesagt es ist Muttertag.

Sonne.

Heute morgen wollte ich zum Sport gehen, stattdessen machte ich meinem Frust über das Schulsytsem auf Twitter Luft (dachte ich zumindest) bis es zu spät war noch loszugehen. Die Antworten, die ich bekam machten mich, obwohl sie gut gemeint waren, noch wütender. Jetzt habe ich schlechte Laune und deshalb wird es Zeit für diesen Text:

Es ist still geworden hier, ich weiß. Seit Anfang des Jahres haben sich meine Prioritäten verschoben. Ich tue das, wovon ich hier schon öfter geträumt habe. Energien umverteilen. und ich habe ein neues Mantra: alles wird gut. ich will es nicht positives Denken nennen, dazu ist es zu realistisch (haha) aber irgendwas hat neulich Klick gemacht. Ich will nicht mehr wütend sein. oder frustriert. Natürlich bin ich es trotzdem immer mal wieder. Aber ich lasse mich dadurch nicht mehr so blockieren.
Meine Strategie geht so: Mehr Zeit in die schönen Dinge investieren, dann bleibt auch mehr Kraft für die alltäglichen Kämpfe. (und oh ja, die gibt es weiterhin zur Genüge.)
Raus aus dem Internet. Dinge, die ich beinahe schon aufgegeben hatte wieder entdecken.
Bewusster wahrnehmen wann es mir schlecht geht, es annehmen und dann aktiv was dagegen tun. Fenster auf, Musik an, raus gehen. Wenn Menschen nicht zu mir kommen, gehe ich eben zu den Menschen. Wenn ich nicht raus kann: telefonieren anstatt chatten. Scheint belanglos hat aber für mich einen riesen Unterschied in der Wirkung. Hilfe einfordern anstatt auf sie zu warten. Das Potential von Freund_innenschaften nutzen. Gerne überrascht sein wie gut es klappt. und es dann genießen. die Sonne scheint. Es war ein langer Weg. jetzt mach ich erstmal Pause. <3