Nächte wie diese

Die gute Nachricht ist, dass es mir  besser geht als letztes Jahr  um diese Zeit. Ich bin selbstbewusster und zuversichtlich und meistens ohne Angst und ich bin gerne allein. Ich genieße die Zeit mit mir selbst. Ich merke das ich immer mehr (zurück) zu mir selbst finde. und das ist gut.

Aber

dann gibt es Nächte wie diese. Diese ist nicht eine meiner besten Nächte. Ich bin frustriert und die passenden Worte dazu kommen nur in Fetzen. Gleichzeitig habe ich das Gefühl hier sowieso schon alles gesagt zu haben und damit nicht weiter zu kommen. überhaupt mit irgendwas weiterzukommen wäre schön. ich stecke mal wieder fest. Es passiert ganz viel aber an der Grundsituation ändert sich nichts.

Double parent ohne Job. ich fühle mich als wäre ich eine Selbstverständlichkeit. Keine_r hört mehr richtig zu. oder kümmert sich. und ich vermisse schwach sein dürfen. nein halt, ich würde gar nicht schwach sein müssen wenn ich mal zur Ruhe kommen könnte. Endlich mal selbstbestimmt und unabhängig für mich und das Kind sorgen können. Viel mehr will ich ja gar nicht. Der Rest würde sich dann schon von selbst ergeben. denn..

ich vermisse Liebe. auch hier fühlt es sich an als wäre ich eine Selbstverständlichkeit. Frau Allein. erwische mich dabei, wie ich mich selbst frage ob ich eigentlich jemals geliebt wurde oder immer nur geliebt habe und ob das jemals anders sein wird. schüttle den Kopf und schimpfe mich selbst eine hoffnungslose Romantikerin. trotzdem fühlt es sich im Moment wie eine Utopie an dieses romantische Beziehung(en) haben. Auch weil ich gar nicht weiß ob ich gerade überhaupt dazu in der Lage wäre meine Freiheit aufzugeben mich auf andere Menschen einzulassen. Ja das widerspricht sich mit der Frage davor…

und alles hat irgendwas zu tun mit  Selbstverwirklichung und Sehnsucht oder Selbstverwirklichung vs. Sehnsucht …. ich weiß es nicht.

aber… es ist ja auch eine dieser Nächte.

 

Mädchen an die Macht… ?

Uhmmmm.. ja nein jein. Also doch ja unbedingt aber … ich muss mal kurz was loswerden. Im moment kursieren gerade wieder zwei Werbungen durch die sozialen Netzwerke, deren Zielgruppe Mädchen und junge Frauen bzw. deren Bezugsmenschen sind.

Hier sind sie:

und ich möchte gerne laut rufen Hurrah hurrah endlich Empowerment für Mädchen statt sexistischer Kackscheisze! AAAAAAAAAAAABER .. aber genau wie bei der Dove Werbung letztzes Jahr und der Pantene Werbung vor ein paar Wochen sind meine Zweifel groß. Natürlich könnte eins jetzt sagen, es ist besser als nichts und immerhin wird eine große Masse erreicht und eventuell mal wenigstens zum Nachdenken bewegt und ja mag sein und trotzdem: Werbung ist Werbung. Es sollen Produkte verkauft werden. Da stehen riesige Konzerne hinter. Die vielleicht im nächsten Atemzug für eine andere Zielgruppe wieder sexistischen Scheiß produzieren. Immer so wie es eben gerade passt. Da geht nichts in die Tiefe und ist spätestens nächste Woche wieder vergessen und was machen wir dann?

Ich weiß nicht …

ein Sonntag im Mai.

Ich wache um 6.20 Uhr auf und schaue aus schlechter Gewohnheit auf mein Handy. Eine 20min alte Nachricht vom Ex: es tut ihm leid, er ist krank. Ich bleibe liegen, schlafen kann ich nicht mehr, aber irgendwann höre ich, dass das Kind aufsteht. Weil ich weiß, dass sie noch was in der Küche zu tun hat, beeil ich mich nicht mit dem Aufstehen. Schlafe doch noch mal ein. Um 9.20 Uhr werd ich wieder wach. Sie hat Muffins mit Zitronencreme selbst gebacken und Bilder gemalt. Ich drücke sie ganz fest und sage ihr, dass Papa nicht kommt. “Was machen wir dann?” “Wir können zu Oma fahren oder ins Kino gehen” “Oma”. Also rufen wir bei den Eltern an. Ich sage meiner Mutter: “Ich hab aber nichts für dich, weil ich ja weiß wie wichtig dir dieser Tag ist” Wir lachen beide. Mir fällt ein, dass das Kind noch Hausaufgaben hat, außerdem müssen die Haare gemacht werden. Sie ist nicht begeistert aber beides wird erledigt bevor wir losfahren. Ich frage sie ob sie über Papa sprechen will. Nein. Wir nehmen den Zug und verbringen einen gemütlichen Tag bei meinen Eltern mit Essen & Kuchen & auf dem Sofa gammeln. Im Radio haben sie gesagt es ist Muttertag.